Seit Beginn der 90er Jahre bringen sich die Akteure der SozDia in fachliche und sozialpolitische Diskurse ein. Genannt sei beispielsweise das Engagement von Michael Heinisch in den Auseinandersetzungen um Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen in der Zeit des gesellschaftlichen Umbruches nach 1989. Hier vertrat und vertritt er einen christlichen Ansatz, der auf der Gestaltung einer sozialpädagogischen und reflektierten verbindlichen Beziehung zwischen Jugendlichen und Pädagogen basiert.
Ab Mitte der 90er Jahren entstanden Forschungsarbeiten von Regina Rätz zu "Flexiblen Erziehungshilfen", wobei hier die Gestaltung eines sich an den Lebenssituationen der Jugendlichen und Familien orientierten passgenauen Hilfeverlaufes im Fokus standen. Die Hilfeform gemäß SGB VIII / KJHG kann sich bei gleichzeitiger Beziehungskonstanz durch die betreuenden Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter verändern, so dass den Betroffenen ein hohes Maß an Verlässlichkeit in der Hilfegestaltung zuteil wurde.
Seit Beginn des neuen Jahrhunderts wurden Forschungsarbeiten von Stefan Heeg und Regina Rätz zu Sozialraumgestaltung und die sozialräumliche Gestaltung der Angebote im Bereich der Erzieherischen Hilfen sowie der Kindertagesbetreuung für die Konzeptionsentwicklung konkreter Projekte relevant. Nach der Berufung von Regina Rätz an die Alice-Salomon Hochschule Berlin (ASHB) im Jahr 2004 wurden diese in Kooperation mit dieser Hochschule realisiert.
Basierend auf diesen Aktivitäten gründeten Akteure der SozDia das "Praxisforschungsinstitut Soziale Arbeit" mit dem Anliegen, ausgehend von Fragen aus dem Praxisalltag der SozDia Projekte Forschungsvorhaben zu realisieren. Mit Beginn des Jahres 2010 wurde der Auftrag für das Institut um den Bereich der Fortbildung von Menschen, die in der pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien stehen, erweitert. Seit dem trägt das Institut den Namen "Institut Vorstieg - Forschung und Bildung". Derzeit werden jährlich viele Fortbildungsveranstaltungen in einer breiten Themenvielfalt angeboten. Parallel dazu werden mit Hochschulen weitere Forschungsvorhaben vorbereitet.