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Vorspann: Beteiligungsprozess zur Gestaltung eines Schulgebäudes

Foto:SozDia

Zwei Beteiligungsprozesse

Demokratie lebt von der Beteiligung und dem Engagement der Menschen, die sie gestalten. Deshalb ist es uns eine Herzensangelegenheit, in unseren Einrichtungen und Projekten beteiligungsorientiert zu arbeiten.

Für die künftige Grundschule am "Campus Hedwig" bedeutet das, dass wir interessierte Pädagog*innen, Eltern, Schüler*innen, SozDia-Kolleg*innen und NachbarInnen an der Planung beteiligen. Bis Sommer 2020 laufen deshalb zwei Beteiligungsprozesse parallel: Einerseits wird das pädagogische Schulkonzept entwickelt und zugleich werden die Bedarfe und Ansprüche an das Schulgebäude ermittelt.

Die "Baupiloten-Methode"

Den Beteiligungsprozess zur Gestaltung des Schulgebäudes setzen wir nach der "Baupiloten-Methode" um. Gemeinsam mit dem Architekturbüro "Die Baupiloten" aus Berlin erarbeiten wir in einem mehrschrittigen Verfahren, welchen Anforderungen und Bedürfnissen das Gebäude für die neue Grundschule genügen muss. Die Methoden der Baupiloten machen es möglich, dass wir innovative Ideen, bauliche Anforderungen und individuelle Bedürfnisse potentieller NutzerInnen zusammenbringen.

März 2020: Werkstatt für Nachbar*innen

Sportangebote für jung und alt, Büchertausch und Computerkurse: Im März 2020 kamen insgesamt 69 Teilnehmer*innen zur vom Architektenbüro "Die Baupiloten" konzipierten und durchgeführten "Werkstatt für Nachbar*innen" zusammen. Hier wurde der aktuelle Stand des Schulbau- und Schulgestaltungsprozesses der SozDia Grundschule am Campus Hedwig vorgestellt und Wünsche für die Nutzung des in der Nachbarschaft entstehenden Gebäudes festgehalten. Neben Nachbar*innen und Mitarbeiter*innen der SozDia waren auch Vertreter*innen der Stadtplanung des Bezirks bei der Veranstaltung dabei.

Der SozDia ist es ein Anliegen, Nachbar*innen und alle interessierten Menschen frühzeitig über den Planungsstand der Bauphase zu informieren und am Prozess zu beteiligen. Das bedeutet zu informieren, Raum für offene Fragen und Anregungen zu geben und gemeinsam eventuelle Sorgen zu besprechen. Alle Teilnehmer*innen waren eingeladen, ihre Anregungen und Ideen für die Nachbarschaftsgestaltung zu kommunizieren. So wünschen sich die Teilnehmer*innen Sportangebote für Jung und Alt, die Möglichkeit zum Büchertausch oder Computerkurse. Aber auch die Außengestaltung war Thema: Unter anderem die Idee einer begrünten Außenfassade wurde mit aufgenommen.

Zum Schluss wurde ein Ausblick auf die nächsten Schritte in der Bauplanungsphase gegeben: Die Anliegen und Wünsche der Nachbar*innen werden von den Architekt*innen von "Die Baupiloten" mitgenommen und in die weitere Planung einfließen. Die Ergebnisse dieser Werkstatt nehmen wir mit in die "Weiterdenken"-Werkstatt.

November 2019: "Kribbelige Zeitreise zwischen den Dingen"

So nennt ein Schüler seinen Entwurf für das Schulgebäude, das möglicherweise künftig am Campus Hedwig entsteht. Damit das Gebäude für künftige Schüler*innen ein guter Lernort wird, baten wir Schulkinder aus dem SozDia-Hort "Miniklub" um ihre Ideen. Am 27. November 2019 nahmen 12 Grundschulkinder an der "Werkstatt Schulbauvision" teil und  erarbeiteten kihre ganz persönlichen Collagen eines angenehmen Lernortes.

Diese Ideen reichen von ruhigen und lauten Schulhofzonen über Glasdächer, die wie Seerosenblätter die Lernräume überspannen, bis hin zu Partnerbereichen, in denen die Schüler*innen besonders gut miteinander arbeiten können. Ein Schüler nennt seinen Entwurf "kribbelige Zeitreise". Ihm ist es wichtig, dass es in der Schule Orte gibt, an denen man sich zum Nachdenken zurückziehen kann und von dort aus schnell an einen anderen Ort kommt, an dem man eine gute Idee umsetzen kann.

Die Werkstatt wurde konzipiert und umgesetzt von Architektinnen des Büros "Die Baupiloten" - sie werten nun alle Collagen und Beschreibungen der Kinder aus und beziehen die Ergebnisse in die weitere Bauplanung ein. Das Schulgebäude soll später so gestaltet sein, dass auch eine "kribbelige Zeitreise zwischen den Dingen" möglich sein wird.

Oktober 2019 - Gemeinsam eine Schulbauvision entwickeln

Foto: SozDia

Heute wird im Stadtteilzentrum Hedwig ein wichtiger Grundstein für die Schule gelegt: 13 Menschen entwerfen heute die Vision für ein künftiges Schulgebäude. In 90 Minuten. Wie das? Im Spiel! Wir spielen das "Schul-Visionenspiel" und werden mit Hilfe von Fragen, Bildern, Visualisierungen und einer viel zu schnell leer laufenden Sanduhr zu einer gemeinsamen Vorstellungen "unserer künftigen Grundschule" geleitet.
Der Weg dahin gestaltet sich turbulent: Wir müssen zahlreiche Entscheidungen treffen - und zwar einvernehmlich. Beispielsweise darüber, welche Aktivitäten uns am wichtigsten sind in der neuen Schule, wie diese räumlich miteinander verbunden sein sollen und wer in welchen Bereichen des Gebäudes das Sagen haben wird - PädagogInnen oder SchülerInnen?

Im Ergebnis zeigt uns das Spiel aber nicht nur unsere baulichen und pädagogischen Prioritäten auf - nein, es bringt auch die Mitspieler*innen fachlich und menschlich zusammen. Die Gruppe setzt sich aus SozDia-Kolleg*innen, externen Pädagog*innen und Mitarbeiter*innen der bezirklichen Stadtplanung zusammen. So fließen unterschiedlichste fachliche Perspektiven in die "Schulbauvision" ein. Zugleich ermöglicht diese besonders kreative Zusammenarbeit heute einen guten Start in die künftige Kooperation für die Umsetzung des Bauprojektes "Grundschule am Campus Hedwig".