Kindertagesbetreuung
Jugend- & Familienhilfe
Arbeit mit Geflüchteten
Fort- & Weiterbildung
Kinder- & Jugendklubs
Arbeit & Qualifizierung
Statdteil- und Familienzentren
Umwelt & Ökologie

DANKE SCHÖN!

Ihre Spenden helfen - hier sehen Sie, was wir mit Ihren Spenden bewegen!

Freizeitangebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche

Tanzworkshop des inhouse

Unter dem Motto "Willkommen in Berlin" bietet die SozDia Stiftung Berlin und deren Tochtergesellschaften im Herbst und Winter 2015 Freizeitangebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche sowie deren Familien an.

Im Rahmen dieser Sofortmaßnahmen für junge Menschen mit Fluchterfahrung, hat das Team des Jugendklub Inhouse im "Salvador-Allende-Haus - Allende 1" (Wohnheim für Flüchtlinge in der Salvador-Allende-Str. 89-9, 12559 Berlin - Köpenick) und im "Containerdorf - Allende 2" (Flüchtlingsheim in der Alfred-Randt-Str.19, 12559 Berlin - Köpenick) insgesamt 16 Workshops durchgeführt.

Mit Hilfe von Spendengeldern konnten Honorarkräfte angestellt werden stellen, Sachmittel gekauft und Werbung gemacht werden. In beiden Einrichtungen haben jeweils 8 Workshoptage stattgefunden, die sich rund um das Thema "Hip-Hop" beschäftigt haben. Elemente wie Streetdance (Choreographien für Tanzgruppen, Breakdance-Elemente), Graffiti und Stencil Art (Sprühen mit Schablonen) wurden hier erfahrbar gestaltet. Pro Workshoptag konnten ca. 20 Kids sich auf diese Weise kreativ und sportlich ausprobieren und lernen, sich auf individuelle und künstlerische Art und Weise ausdrücken.
Die MitarbeiterInnen hatten viele schöne Momente erlebt, beispielsweise bei der gemeinsamen farblichen Gestaltung des Gartenhauses im Containerdorf Allende 2, als die Kids mit Sprühdosen sich ganz frei ausprobieren durften.
Einige sprühten Landschaftsbilder ihrer Herkunftsländer, einerseits um den Heimatverlust besser verarbeiten zu können, andererseits um sich aber auch immer an ihr Zuhause zu erinnern.
Ein anderes schönes Erlebnis im Salvador-Allende-Haus war, als die Kids während der Streetdance-Workshops ihre Volksmusik spielen durften. Spontan zeigten sie allen Anwesenden vor Ort ihre traditionellen Volkstänze, brachten sie sich gegenseitig bei und vermischten einzelne Teile aus den verschiedenen Tänzen zu einer gemeinsamen Choreographie.

Unsere Eindrücke:

  • Entgegen vorheriger Annahme, bauten sich keinerlei Hemmungen und Sprachbarrieren auf
  • Schnelle Begeisterungsfähigkeit und starke Motivation bei den Teilnehmer*innen war zu spüren
  • Bedarf an altersgerechten Angeboten, Projekten und Aktionen ist enorm, zeit- und kostenintensiv
  • Ungebrochene Lebensfreude, Lust und Neugierde darauf, Neues auszuprobieren



Jugendklub Rainbow

Uli, Leiter des Jugendklub Rainbow mit Ahmad

Der Jugendklub Rainbow in Karlshorst liegt zehn Minuten Fußweg von der Notunterkunft Karlshorst entfernt. Dort leben circa 1000 Geflüchtete aus 21 Nationen, rund 260 davon sind jünger als 18 Jahre (Stand November 2015). Seit Sommer diesem Jahres veranstaltet der Jugendklub in der Notunterkunft gemeinsam mit Berliner Jugendlichen Fußball- und Percussion-Workshops. Da auf dem Außengelände der Notunterkunft kaum Sitzgelegenheiten vorhanden waren, bauten die Jugendlichen zusammen eine "Chillout-Lounge" aus Europaletten. Im gemeinsamen Tun und Arbeiten lernen sich die Jugendlichen untereinander ungezwungen kennen und erfahren viel über andere Kulturen und Lebenswege.

Bei seinem ersten Workshop traf Uli, Leiter des Jugendklub Rainbow auf Ahmad, 17 Jahre, geflüchtet aus Aleppo, Syrien. Nach seinem ersten Fußball-Workshop kommt Ahmad mittlerweile täglich ins Rainbow. Lesen Sie hier die Geschichte der beiden:

Ahmad: "Nachdem ich Uli bei dem Workshop kennengelernt habe, komme ich jeden Tag ins Rainbow - ich will einfach nicht nur in meinem Zimmer sitzen und warten. Es gibt da nichts zu tun, außer draußen Fußball spielen. Im Rainbow treffe ich andere Jugendliche, kann so mein Deutsch verbessern. Außerdem lerne ich gerade Percussion und Tischtennis.

Ich bin vor einem Jahr zusammen mit meinem älteren Bruder aus Aleppo geflohen. Vor zwei Wochen bin ich endlich in Berlin angekommen. Der Rest meiner Familie ist noch in der Türkei. Ich wünsche mir so sehr, dass auch nach Deutschland kommen. Die Antragsprozeduren sind mittlerweile besser für Syrier, aber immer noch ist so viel zu langsam und vom Glück abhängig. Ich hoffe, dass es schnell geht, denn sobald ich volljährig bin, könnte meine Familie nicht mehr nachkommen.

Ich mag Berlin, es ist voller Leben.Es ist ok, in Karlshorst untergebracht zu sein. Es ist ja nur für den Übergang. Ich warte auf eine Antwort, wie es mit mir weitergeht. Für mich fühlt es sich wie ein neues Leben hier in Deutschland an, ich will gerne Abitur machen und dann Ingenieurswissenschaften studieren."

Uli: "Ich habe Ahmad vor zwei Wochen kennengelernt, als wir in der Notunterkunft den ersten Fußballworkshop gemacht haben. Er hat mir beim Übersetzen ins Arabische geholfen. Seitdem kommt er jeden Tag ins Rainbow, er kriegt Percussion-Unterricht und lernt Tischtennis. Er lernt sehr schnell!

Wir gehen jetzt jeden Montag in die Notunterkunft und bieten Fußball-Workshops an. Es ist eine Gruppe von 10 bis 15 Kids im Alter von 6 bis 14 Jahren, die bei den Workshops mitmachen. Wir haben viel Spaß, auch die Erwachsenen, die zugucken. Anfang November wird es dann ein großes Fußball-Turnier mit Teams aus dem Rainbow und der Notunterkunft geben.

Ende Oktober gibt es noch eine weitere Aktion: aus Euro-Paletten werden wir Bänke bauen - auf dem Gelände der Unterkunft gibt es keine richtigen Sitzgelegenheiten, die Leute sitzen draußen auf dem Boden. Wir werden auch eine richtige Zuschauer-Tribüne für das Fußballfeld bauen. Ich hoffe, dass das den Alltag in der Unterkunft etwas besser macht.

Ahmed ist für mich eine Art Pionier - er ist der erste aus dem Unterkunft, der den Mut hat, bei uns vorbeizukommen. Ich hoffe, dass weitere ihm folgen werden. Es ist eine große Chance für die anderen Jugendlichen, Ahmed kennenzulernen. Sie stellen ihm viele Fragen und sind echt empathisch. Das Rainbow sind einfach ein Ort  für junge Leute - egal woher sie kommen."