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Mehr als Hilfe für Menschen in Not - Die "Arbeit mit Geflüchteten" in den SozDia Jugendklubs

Der Film "Kleine Schritte", entstanden im Jugendklub Holzwurmhaus, zeigt wie aus Fremden Freunde werden und wie Berührungsängste abgebaut werden.

Mit der Verabschiedung von Leitsätzen für die Arbeit mit Geflüchteten hat die SozDia Stiftung Berlin dieses Arbeitsfeld fest in seinen Arbeitsbereichen verankert. Diese hat dabei verschiedenste Facetten und Schwerpunkte: Menschen in Not helfen, sie beim Ankommen begleiten, Beteiligungsformen für sie schaffen und die Gesellschaft sensibilisieren. Wie das konkret umgesetzt wird, zeigt sich beispielsweise in der Arbeit der SozDia Jugendklubs.

Als im Herbst 2015 der große Zustrom von Menschen, die ihre Heimat aufgeben und vor Krieg und Zerstörung fliehen müssen, Berlin erreicht, werden MitarbeiterInnen der Jugendklubs sofort aktiv:  Kleidersammlungen werden organisiert, Kochaktionen für hunderte Menschen in Notunterkünften finden statt und verschiedene Sport- und Kreativangebote werden geschaffen.

Seitdem und bis heute begleiten die haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen die neuen NachbarInnen beim Ankommen in unserer Mitte. Sport- und Kreativangebote wurden aus den Notunterkünften heraus in die Klubs geholt, damit sie dort von jungen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam erlebt werden können. Viele junge Syrer und Afghanen verbringen heute nicht einfach nur ihre Freizeit in den Klubs und probieren sich dort in vielfältigen Angeboten aus, sondern beteiligen sich aktiv an Festen, Nachbarschaftsaktionen und nehmen an Jugendfahrten teil.

In den vergangenen Monaten hat die SozDia Stiftung Berlin zudem unterschiedliche Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete  in den Klubs geschaffen. Sie kümmern sich dort um verschiedenste Aufgaben, die im Alltag anfallen und sind mittlerweile fester Bestandteil der Teams geworden. So erleben sie einen geregelten Arbeitsalltag, lernen reguläre Arbeitskontexte kennen und treffen auf Berliner, jenseits von Behördengängen und Notunterkünften. Sie kommen an.

Dadurch werden aus Unbekannten plötzlich Menschen mit Namen, Gesichtern und Geschichten. Der Film "Kleine Schritte", der im Jugendklub Holzwurmhaus in Zusammenarbeit mit jungen Menschen aus Hohenschönhausen entstanden ist, zeigt sehr anschaulich wie aus Fremden Freunde werden,  wie Meinungen sich ändern, wie Berührungsängste abgebaut werden.

Dabei ist die Sensibilisierung nicht nur ein erhoffter Nebeneffekt der Arbeit, sondern wird auch gezielt angestrebt. So fand im Jugendklub Rainbow in Zusammenarbeit mit dem syrischen Künstler Mustafa Meshkini der Upcycling-Workshop "Flucht begreifen" statt. Mit Kindern aus Karlshorst und Syrien wurden dabei Figuren aus Tetrapacks geschaffen, die anschließend an verschiedenen Orten ausgestellt wurden und so auf kreative Weise das abstrakte Thema Flucht an Menschen heranführen. MitarbeiterInnen des Abenteuerspielplatzes Köpenick gaben in Schulen Workshops zum Thema Flucht und Vertreibung um bei SchülerInnen Empathie und Offenheit zu fördern.

Weiterhin geht es der Jugendarbeit der Stiftung auch darum Orte und Gelegenheiten der Begegnung zu schaffen. So bauten haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen auf dem Abenteuerspielplatz Köpenick eine interkulturelle Sommerküche, in denen Alteingesessene und Zugezogene gemeinsam kochen, essen und Zeit verbringen können. Gelegenheiten des Zusammenseins und gemeinsamen Aktivwerdens bieten zudem viele SozDia Feste, die die Jugendklubs veranstalten oder mitgestalten: das Fest der Generationen in Karlshorst, das Viva Victoria im Kaskelkiez, das Wasserfest in der Rummelsburger Bucht oder der Weihnachtsmarkt in Karlshorst. Feste und Veranstaltungen machen Partizipation und "Gemeinsam Leben Gestalten" konkret und sind gleichzeitig Weg und Ziel in der Arbeit mit Geflüchteten.